Beiträge von Administrator

Rüstungsforschung in Zivil

Fortschritte in Wissenschaft und Technik waren fast immer – und seit ihrer Blüte im bürgerlichen Zeitalter erst recht – eng mit ihrer Anwendung für gewaltsame Zwecke, für Kriegsführung und Unterdrückung, verwoben. Da heute die anwendungsbezogene Forschung an deutschen Universitäten von zunehmender Relevanz ist, stellt sich auch die Frage nach ihrer gesellschaftlichen Verantwortung dringlicher als zuvor, insbesondere angesichts einer neuen deutsch-europäischen Sicherheitspolitik.

Bewegung für friedliche Forschung

Dass deutsche Universitäten Militärforschung betreiben ist freilich nichts gänzlich neues. Vor allem während des Nationalsozialismus leisteten auch die Hochschulen ihren Beitrag zur „totalen“ Mobilmachung. Die TU Berlin spielte dabei eine wichtige Rolle und wurde auch aufgrund ihres Standorts in der geteilten Hauptstadt von den Alliierten auf Forschung ausschließlich zu friedlichen Zwecken verpflichtet. Ein Beschluss des akademischen Senats vom 29.5.1991 forderte eine Fortsetzung dieser Praxis. 2011 wurde auch im Leitbild der TU bekräftigt: „Wir verfolgen in Forschung und Lehre ausschließlich zivile Zwecke“. Und trotzdem hat die TU, wie aus einer Anfrage der Linken an die Bundesregierung hervorging, zwischen 2000 und 2008 vom Bundesministerium für Verteidigung knapp eine halbe Million Euro für vier Forschungsprojekte entgegengenommen. Und trotzdem bietet die Fakultät für Wirtschaft & Management in diesem Semester erneut ein Seminar zu „Verteidigungstechnologie, Streitkräfteökonomik, Geopolitik“ an – Dozent ist Markus Kerber, selbst Bundeswehrangehöriger und nebenbei Autor für das Neonazi- und Nationalistenblatt „Junge Freiheit“.

Dass das größte Problem solcher „Zivilklauseln“ ihre mangelnde Rechtskräftigkeit ist, zeigte sich auch an der Uni Bremen, die sich als erste Universität schon 1986 eine solche Selbstverpflichtung gab. Als dort 2011 eine Stiftungsprofessur des Satelittenherstellers OHB, der unter anderem für die Bundeswehr produziert, eingerichtet wurde, kam es zu massiven Protesten. Mittlerweile wurde der Universität Bremen laut UniSpiegel ein Verstoß gegen die Zivilklausel in mindestens einem Dutzend Fällen zwischen 2003 und 2011 nachgewiesen.

Kognitive Automobile bei der Bundeswehr
Kognitive Automobile bei der Bundeswehr

Wie schwer sich die Verantwortlichen tun, sobald es um eine gesetzliche Regelung geht, die tatsächlich wirksam wäre, zeigt sich derzeit in Karlsruhe. Seit 2008 kämpfen Gewerkschaften und Studierende dort für eine Verpflichtung des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) auf friedliche Zwecke. Das Institut, in dieser Form bislang einmalig, entstand durch die Zusammenlegung der Karlsruher Universität mit dem Forschungszentrum Karlsruhe. Während das ehemalige Nuklearforschungszentrum, welches Kernfusion als einen seiner Forschungsbereiche mit in das neue Institut brachte, schon seit seiner Gründung auf zivile Zwecke verpflichtet war, galt dies nicht für die Universität, wo unter anderem Nachrichtentechnik für das Bundesverteidigungsministerium entwickelt wurde. Abgeordnete von Grünen und SPD versprachen im Falle des Erfolgs bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg die Aufnahme einer Zivilklausel in das eigens angefertigte KIT-Gesetz. Heute heißt es, dies sei rechtlich unmöglich – Stuttgart 21 lässt grüßen.

Immerhin hat der andauernde Protest in Karlsruhe entscheidend dazu beigetragen, dass sich heute mehr Studierende fragen, wofür und woran eigentlich an ihrer Universität geforscht wird. Nach Karlsruher Vorbild gab es mittlerweile in Bremen, Köln, Dresden, Frankfurt/Main und Tübingen erfolgreiche Urabstimmungen der Studierenden, die der Forderung nach einer Zivilklausel Nachdruck verleihen sollen. In Tübingen wurde sie 2010 umgesetzt – und auch dort wurden bereits die ersten Verstöße gemeldet. Unter diesen Umständen fragt es sich, ob eine derartige, rein symbolische Zivilklausel am Ende nicht doch nur dem Image der Universitäten dient, ohne das Konsequenzen in deren Forschungspolitik nötig werden.

Komplikationen

In den zahlreichen Debatten der letzten Jahre wurde dabei vor allem eines deutlich: Die Grenze zwischen „ziviler“ und militärischer Forschung ist schwer zu ziehen. Viele grundlegende Erkenntnisse finden ihren Weg in die Rüstungsindustrie, während militärisch motivierte Erfindungen – man denke nur an das Internet – auch einen gesellschaftlichen Nutzen abwerfen. Welche Kriterien soll man also der Definition von Forschung als militärisch zu Grunde legen? Geht es nur um Rüstung im engeren Sinne, also Waffentechnik oder auch um die Forschung an Schutzausrüstung, Infrastruktur oder theoretischen Analysen? Soll man bestimmte Auftraggeber, Kooperationspartner und Geldgeber ausschließen? Geht es um die beabsichtigte oder die mögliche Nutzung? Gerade das Problem des „Dual Use“, einer Verwendung von Forschungsergebnissen bzw. bestimmter Technologien sowohl für zivile, als auch für militärische Zwecke, machen die Sache kompliziert.

Allerdings handelt es sich dabei nicht um ein rein immanentes Problem, denn gezielte Dual-Use-Forschung ist der aktuelle Trend , insbesondere seit die Bereiche der inneren und äußeren Sicherheit zunehmend verschmelzen – für die Regierungen ebenso wie die Hersteller der entsprechenden Ausrüstung. Den Rahmen dieser Entwicklung bildet der heutige Dreifrontenkrieg westlicher Staaten: „Asymmetrische Kriege“ im Ausland, Aufstandsbekämpfung im Inland und die Bekämpfung von unerwünschter Migration an den Grenzen. Und so darf die Bundeswehr, obwohl (oder vielleicht gerade weil) Deutschland in einer Welt der Krisen und Aufstände die letzte Bastion mittelständischer Stabilität zu bleiben scheint, in Folge des jüngsten Urteils des BVerfG nun auch militärische Bewaffnung im Inneren einsetzen. In ihrem Gefechtsübungszentrum in der Altmark wurde derweil schon mal eine ganze Großstadt zu Trainingszwecken nachgebaut und die Reservisten der Bundeswehr trainieren gemeinsam mit Feuerwehr und THW den „Schutz kritischer Infrastrukturen“, die alles vom Umgang mit Friedensaktivisten bis hin zu Feuergefechten mit „Terroristen“ beinhaltet. Im Gegenzug bilden deutsche Polizisten ihre Kameraden in Europa, Afghanistan – und im Rahmen von EU-Missionen mittlerweile auch in Afrika – aus.

Europa, Deutschland, TU Berlin

Ein Produkt dieser Umstände und Beispiel für eine gezielte Nutzung der Ambivalenz wissenschaftlichen Fortschritts ist das Förderprogramm „Forschung für die zivile Sicherheit“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Laut Spiegel gingen im Rahmen dieses Programms mehrere Millionen Euro an Rüstungskonzerne wie EADS oder Thales Defence. Auch Einrichtungen der Bundeswehr wurden unterstützt. An der Entwicklung des Programms waren von Anfang an Vertreter von Rüstungsunternehmen, Verteidigungsministerium, Bundeswehr und dem Fraunhofer Verbund für wehrtechnische Forschung (VVS, eigentlich: Verbund Verteidigungs- und Sicherheitsforschung, dessen Institute sich jedoch die Stärkung selbiger zum erklärten Ziel gemacht haben. Damit befinden sie sich in bester Tradition: Die Gründung der Fraunhofer-Gesellschaft 1949 stand in engem Zusammenhang mit ihrer Einbindung in die deutsche Wiederbewaffnungspolitik) beteiligt. Das Anliegen war und ist laut Ministerin Shavan, die Vorbereitung „unserer Gesellschaft“ auf „neue Bedrohungen“, sowie eine „auf Markt- und Exportchancen ausgerichtete Forschungsstrategie“ in dieser zukunftsträchtigen Branche. Die Einbindung von Militär, Polizei und weiteren Akteuren in „integrierte“ Sicherheitskonzepte ist dabei erklärtes Ziel.

Vorbild ist das 7. Rahmenforschungsprogramm der EU, dass insgesamt 1,4 Milliarden Euro für den Bereich Sicherheit vorsieht. Vorbereitet von einer informell einberufenen „Group of Personalities“ – wieder aus Rüstungs- und Sicherheitsindustrie, Polizei, Geheimdiensten und Militär – geht es dabei um den Schutz der „Grundwerte des europäischen Raums“ (Bundesregierung). Im Klartext heißt das: High-Tech für die Flüchtlingsbekämpfung an den europäischen Außengrenzen, Internetüberwachung und präventive Kriminalitätsbekämpfung durch die Registrierung „atypischer“ Verhaltensweisen (Projekt INDECT).

Die Schlüsseltechnologien der Sicherheitstechnik sind in all diesen Bereichen mehr oder weniger dieselben: Satelliten, autonome und unbemannte Fahr- und Flugzeuge, Wireless-Sensornetzwerke, neue optische Systeme und automatische Bildinterpretation, Terrahertzwellen, mit deren Hilfe man nicht nur durch Kleidung („Nacktscanner“), sondern auch durch Wände sehen kann. Der in den Programmveröffentlichungen nicht näher erläuterte, aber offiziell angestrebte Folgenutzen für militärische Errungenschaften wird hier leicht ersichtlich. Zu jeder einzelnen dieser Innovationen wird auch an und mit der TU Berlin geforscht.

Denn 2010 wurde „Zivile Sicherheit“ zum neuen „Zukunftsfeld“ und damit Forschungsschwerpunkt der TU erklärt (siehe ) – eine konsequente Entscheidung angesichts des wachsenden Marktes. In diesem Zusammenhang entstand auch die Helmholtz Research School on Security Technologies, ein gemeinsames Graduiertenkolleg von TU und DLR (Deutsches Zentrum für Luft und Raumfahrt). Dort arbeitet man mit hochkarätigen Kooperationspartnern vom BKA bis zur Deutschen Bank an den „Herausforderungen des Wissenstransfers der Endanwender bis hin zur technischen Innovation in der Praxis“, so der Titel eines Kolloquiums.

Air Shield
Chinesische Waffenträger probieren ihr neues Spielzeug aus: Wo ist der Waldbrand?

Aber auch außerhalb des Kollegs findet Forschung für eine Zukunft statt, die mit Sicherheit Herrschaftsinteressen dient und dabei immer wieder ihre allgemeine Nützlichkeit behauptet:

Zunächst wäre da das bekannte und langjährigen Engagement für die AirShield-Drohnen, ebenfalls ein BMBF-gefördertes Projekt und zwar mit dem offiziellen Ziel Feuerwehreinsätze sicherer zu machen. Der beteiligte Drohnen-Hersteller Microdrones GmbH zeigt jedoch auf seiner Homepage, wie die chinesische Militärpolizei das baugleiche Produkt als Teil seiner „Standartausrüstung“ nutzt und wirbt mit einem breiten Anwendungsfeld, vom „Vorgehen gegen Plünderungen“, über den Schutz „internationaler Gipfeltreffen“ bis hin zur „Küstenüberwachung“.

Am Institut für Geodäsie und Geoinformationstechnik forschte man gemeinsam mit dem Geoforschungszentrum Potsdam an einer Erprobungsumgebung („test bed“) für das EU-Satellitensystem GALILEO – ähnlich dem US-amerikanischen GPS-System – im Auftrag des damaligen Entwicklers GALILEO Industries. Schon frühzeitig führten Kritiker_innen an, dass für Endverbrauchergeräte wie Navigationssysteme ein System weltweit vollkommen ausreicht. 2008 bestätigte das Europaparlament die militärische Nutzung.

Das Fachgebiet für Nachrichtenübertragung entwickelte im Rahmen des BMBF-Programms Software, die per Video beobachtete Menschenmengen analysiert, so dass deren Dichte und die Bewegungsrichtung von Personengruppen und Einzelpersonen bestimmbar wird. Für sicherere Flughäfen. Sicher doch!

Im aktuellen Strategiepapier der TU taucht das Zukunftsfeld „Zivile Sicherheit“ nicht mehr auf, solle aber, so Präsident Steinbach, in die anderen Forschungsschwerpunkte integriert werden. Die nächste Förderrunde kommt bestimmt…

Weiterführende Links zum Thema:


Dokumentation aus der Zivilklauselbewegung mit zahlreichen Links und Dokumenten.

foerderkatalog.de
Ein guter Ausgangspunkt zu Recherchen staatliche Förderungen betreffend.

surveillance-studies.org
Forschungsnetzwerk zu Überwachung.

Erfahrungsbericht: Ein Sommer mit uni-assist

Ein Text von Betroffenen, der dem AStA anonym zugesandt wurde:

Es ist bald wieder soweit: Der 15. Juli, die Bewerbungsfrist für die meisten BA-Studiengänge rückt immer näher. Für die internationalen Studienbewerber bedeutet das, dass sie ihre Bewerbungsunterlagen in Kürze bei uni-assist abgeben müssen. Uni-assist ist ein externer Dienstleister für etwa 120 deutsche Hochschulen, dessen Aufgabe ist es, die Hochschulzugangsberechtigung internationaler Kandidaten sowie teilweise Sprachkenntnisse zu überprüfen. Auf den ersten Blick gewinnt man den Eindruck, dass uni-assist für die Studenten sehr hilfreich ist: Man schickt nur einen Satz Dokumente auch bei mehrfacher Bewerbung, wodurch sich die Kosten erheblich reduzieren lassen und bekommt ein Feedback, ob die Bewerbung vollständig ist und kann eventuell Dokumente nachreichen. Auf den ersten Blick..Leider hat uni-assist mit einem modernen, serviceorientierten Unternehmen wenig zu tun.

Erstens man zahlt schon dafür, dass man sich überhaupt bewirbt. 68€ für die erste Bewerbung, wenn man außerhalb der EU ist, 43€ als EU-Bürger. Jede weitere Bewerbung für beide Gruppen kostet 15€. Bei einer Bewerbung für 3 Universitäten liegt man also schnell bei 100€. Noch mal zur Erinnerung: Man bezahlt für die Überprüfung, nicht für die Weiterleitung an die gewünschte Uni. Der Bewerbungsweg ist steinig und fängt schon mit den Zahlungsoptionen an. Es gibt keine online-Zahlungsoption, PayPal ist hier auch ein Fremdwort. Um eine Kreditzahlung vorzunehmen, muss man sich ein Formular von der uni-assist Seite herunterladen, es ausfüllen (Kreditkartennummer, CVC-Code), ausdrucken und an uni-assist per Post schicken, weil die Unterschrift nur im Original vorliegen kann. Herzlich willkommen im 21. Jahrhundert. Soll man zu viel bezahlt haben, ist eine Rücküberweisung nur auf europäische Konten möglich. Punkt. Wenn man keins hat, auch keine Freunde oder Verwandte in Europa, dann bleibt das Geld bei uni-assist.

Das Entgelt wurde vor etwa einem Jahr erhöht, mit der Begründung, nur so ließe sich die Bearbeitungsqualität und Serviceangebot verbessern. In der Tat: Eine Antwort auf seine E-Mail bekommt man im Juni nach etwa einer Woche (vielen Dank für die Standardtexte). Um am Telefon durchzukommen braucht man höhere Gewalt. In der Sprechstunde kann man nichts kopieren, geschweige Internet nutzen. Statt Infomaterialien bekommt man höchstens die eine oder die andere Website auf einem Notizzettel aufgeschrieben.

Dafür gibt es einen extra Service: Die online Bewerbung . Sinn der Sache: man lädt die Dokumente hoch, sie werden überprüft, danach schickt man alles in Papierform. Leider kann man sich online für Studiengänge bewerben, die teilweise gar nicht angeboten werden und bekommt immer wieder eine Fehlermeldung: Mal beim Hochladen, mal beim Antragausfüllen, mal kann man sich einfach nicht einloggen. Es wäre alles nicht so schlimm, wenn uni-assist es zumindest schaffen würde die online Bewerbungen rechtzeitig zu überprüfen. Wer aber auf ein Feedback wartet, ist schlecht beraten. Die online Bewerbungen werden anscheinend nicht wirklich bearbeitet; wer bis Fristablauf keine Papierunterlagen schickt, hat Pech. Dass diese online Bewerbung gar nicht notwendig ist, ist leider auf der Internetseite nirgendwo vermerkt.

A propos Internetauftritt. Die Seite ist in 5 Sprachen verfügbar. Fast. Wenn am auf das spanische französische oder russische Fähnchen klickt, landet man bei dem alten Internetauftritt der halbwegs aktuell ist. Der Informationsgehalt der Seite ist beeindruckend: auf mehreren, dicht und unübersichtlich beschriebenen Seiten erfährt man, dass man alles Wesentliche nur auf der Internetseite der Wünschuniversität erfahren kann. Das Ganze im Behördendeutsch vom feinsten,
Kaskadensätzen (teilweise 1 Satz à 4 Zeilen) und grammatikalisch einwandfrei („Die Sprechstunde (…) findet einen Etage höher statt“). Wohl bemerkt: Die Hauptkunden sind internationale Studenten. Die sollen aber Deutsch können. Keine Angst, wenn man sich stattdessen die englische Version anschaut, verpasst man nichts . Alles genauso gut strukturiert, konsequent (Hervorhebung mal in Farbe, mal Blockschrift, mal fett geschrieben) und nutzerfreundlich.

Alles kein Problem. Wir haben es geschafft: Alles bezahlt und abgeschickt. Nun müssen wir mindestens (!) 4 Wochen auf die Ergebnisse der Überprüfung warten. Diese Zeit lässt sich leicht einplanen, man muss sich einfach früh genug bewerben. Was sich nicht leicht einplanen lässt, sind Verzögerungen bei uni-assist. Nicht ohne Grund heißt es „mindestens 4 Wochen“. Besonders im Sommer dauert die Bearbeitung viel, viel länger. Bekommt man den Bescheid nach der Frist – Pech, man darf nur bis Fristablauf nachreichen, danach nicht mehr. Eine Entschuldigung? Von wegen: Sie können sich gerne für das kommende Semester bewerben. Und neu bezahlen.

Keineswegs möchten wir behaupten, dass uni-assist ausländerfeindlich ist. Auch deutsche Studenten kommen teilweise in den Genuss von uni-assist Dienstleistungen. Eigenbewerber u.a. der Uni Potsdam oder Goethe-Universität Frankfurt/Main müssen Ihre Unterlagen auch zu uni-assist schicken oder mindestens hochladen. Dabei kommt es auch zu Pannen: Beispielsweise gehen die Unterlagen, teilweise auch Originale verloren. In solchen Fällen argumentiert uni-assist, dass es sich nicht 100% feststellen lässt, ob das Dokument tatsächlich eingereicht wurde (obwohl man nach jedem Einreichen eine Eingangsbestätigung bekommt, wo zumindest steht, ob Antrag oder sonstige Dokumente eingereicht wurden). Aus Kulanzgründen kann höchstens Kostenübernahme für Ausstellung eines Duplikats angeboten werden. Ein „Entschuldigung“ für die Umstände gibt es natürlich nicht.

So weit, so gut. Es wäre an der Zeit zu fragen, für wen uni-assist vom Vorteil ist? Bestimmt für die Universitäten, die ihre Aufgaben teilweise auslagern können und somit am Personal sparen können. Für die Bewerber – teilweise, wenn sie sich früh genug bewerben und das Glück haben, dass bei uniassist nichts schief läuft. Sicher ist, dass in dieser Form fügt uni-assist einem enormen Image-Schaden dem Wissenschaftsstandort Deutschland. Wie sollen wir die besten Köpfe locken, wenn sie sich uni-assist antun sollen? Uni-assist ist eine der erste Stellen, mit welcher internationale Studenten in Berührung kommen. Es ist genauso kundenorientiert wie eine Behörde, der Service steht in keiner Verhältnis zum Preis, der zu zahlen ist. Man muss unglaublich viel Zeit investieren, um sich auf der Internetseite zurecht zu finden, am Ende ist man nicht viel klüger als davor. Vielleicht doch besser Camebridge?

AstA-Ausstellung im Tagesspiegel

27.04.2012 Tagesspiegel
Theresienstadt-Ausstellung an der TU
Die Mädchen von Zimmer 28

von Amory Burchard

Wie Kinder sich in Theresienstadt organisierten, wird jetzt an der TU Berlin gezeigt. „Zimmer 28“ symbolisiert die Schrecken der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik, denen auch zahllose Kinder ausgesetzt waren.

Helga Pollak, eine 13-jährige Wienerin im tschechischen Exil, notierte am 17. Januar 1943 in ihrem Tagebuch: „Ich muss morgen früh aufstehen. Ich liege angezogen, denn ich habe nichts mehr zum zudecken.“ Es war der Abend bevor sie in das Sammel- und Durchgangslager Theresienstadt verschleppt wurde. Helga kam in Zimmer 28 des Mädchenheims, 30 Quadratmeter mit dreistöckigen Pritschen, in dem 30 Mädchen im Alter von 12 bis 14 Jahren lebten. Den „Mädchen von Zimmer 28“ ist eine kleine Ausstellung gewidmet, die auf Initiative des Asta der Technischen Universität Berlin bis 30. Mai im TU-Hauptgebäude zu sehen ist. Gezeigt wird auch ein Nachbau des Zimmers.

„Zimmer 28“ symbolisiert die Schrecken der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik, denen auch zahllose Kinder ausgesetzt waren, zugleich aber die Kraft von Gemeinschaft und Freundschaft. Denn obwohl die auf engstem Raum zusammengezwungene Gruppe ständig durch Transporte in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau zerrissen wurde, bildete sich ein Freundschaftsbund. Diese „ schützende Insel“ begründeten die Mädchen gemeinsam mit ihren Betreuerinnen, Häftlinge wie sie. Das Motto ihres „Maagal“ (Hebräisch für Kreis) spricht von der Suche nach Halt inmitten des Grauens: „Du glaubst mir, ich glaube dir. Du weißt, was ich weiß. Was immer kommen mag, du verrätst mich nicht, ich verrate dich nicht.“

Heimlich wurden die Mädchen von inhaftierten Lehrerinnen unterrichtet. An den Wänden des Zimmer-Nachbaus hängen Kollagen und Aquarelle, die von der Anleitung durch Künstlerinnen wie Friedl Dicker-Brandeis zeugen. Auch in der Kinderoper Brundibár, komponiert von Theresienstädter Häftlingen, wirkten einige der Mädchen mit.

Von den rund 60 Bewohnerinnen des „Zimmers 28“ haben nur 15 überlebt. Nach dem Krieg nahmen sie untereinander Kontakt auf, durch die deutsche Autorin Hannelore Brenner-Wonschik wurde ihr Schicksal hierzulande bekannt. Brenner-Wonschik schrieb ein Buch über die „Mädchen von Zimmer 28“ (2004) und ist auch Kuratorin der Wanderausstellung, die jetzt an der TU zu sehen ist. Der von ihr gegründete Verein „Room 28“ ruft jetzt ein Bildungsprojekt für Schüler ins Leben, das am 10. Mai in der Botschaft der Tschechischen Republik vorgestellt wird.

Eine der Überlebenden ist Helga Pollak-Kinsky. Sie unterstützt das Bildungsprojekt und wird am 12. Mai in der Universität der Künste aus ihrem Tagebuch lesen.

Bis 30. Mai im Lichthof des TU-Hauptgebäudes, Straße des 17. Juni 135; Zimmernachbau bis 22. Mai in Raum H 2035. Der Asta begleitet die Ausstellung mit Filmen und Vorträgen (Informationen unter: www.asta.tu-berlin.de). Kontakt zum Room 28-Bildungsprojekt: 030-6918395.

---

Programm an der TU Berlin vom 25. April bis 30. Mai 2012 „Die Mädchen von Zimmer 28, L410 Theresienstadt“

Ausstellung im Foyer vor dem Cafe Wetterleuchten, Erdgeschoss Hauptgebäude der TU Berlin und Nachbau des Zimmers 28 in Raum H2035 ebenfalls im Hauptgebäude. Straße des 17. Juni 145

Mittwoch, 25.4. 18 Uhr Vernissage Mit musikalischer Begleitung durch Studierende der UdK. Im Lichthof der TU (Hauptgebäude).

Mittwoch 2.5. 19 Uhr Filmabend mit Einführung im H2036 Theresienstadt und die NS-Propaganda „Kurt Gerron – Gefangen im Paradies“, Dokumentation 87 Min., Kanada/USA/GB/Deutschland 2002, R: Malcolm Clarke, Stuart Sender

Mittwoch 9.5. 19 Uhr Filmabend mit Einführung im H2036 Das Rote Kreuz in Theresienstadt „Ein Lebender geht vorbei“ (OmU), Dokumentation 65 Min., Frankreich 1997, R: Claude Lanzmann

Samstag 12.5. 14 Uhr Lesung in der UdK, Raum 310 Hardenbergstr.33 Helgas Tagebuch. Ein Mädchen von Zimmer 28. Mit Helga Kinsky (Wien) und der Autorin Hannelore Brenner-Wonschick.

Mittwoch 16.5. 19 Uhr Filmabend mit Einführung im H2037 Frühe Thematisierungen der Shoah im Ostblock „Daleká cesta / Distant Journey“ (OmU), Spielfilm 108 Min., Tschechoslowakei 1949, R: Alfréd Radok

Mittwoch 23.5. 19 Uhr Filmabend mit Einführung im H2035 Hollywood und der Nationalsozialismus „Sein oder Nichtsein“ (OmU) Spielfilm 99 Min., USA 1942, R: Ernst Lubitsch

Mittwoch 30.5. 18 Uhr Finissage im EB407 Es spricht Dr. Rainer Erb (ZfA) über die Gedenkpraxis vor 50 Jahren und heute.

LiMA12-Wegweiser

vom 21. bis 25. März läuft in der TU Berlin die Linke Medienakademie 2012.

Anlaufpunkte

Der zentrale Anlaufpunkt der LiMA, an dem ihr euch auch mit euren Tickets oder für Tageskarten registrieren könnt, befindet sich vor dem Audimax im Hauptgebäude. Dort werden häufig auch Leute aus dem AStA-Umfeld anzutreffen sein. Ansonsten findet ihr uns natürlich im AStA.

Zur Orientierung könnt ihr unseren alternativen Campusplan und den Campusplan der TU Berlin (PDF, mit Gebäudebezeichnungen) heranziehen.

Programm-Hinweise

Besonders wollen wir euch einladen, am Donnerstag (22.3.) ab 13:30 Uhr im AStA vorbeizuschauen. Wir sprechen über die Ökonomie der Hochschule, die Bedeutung studentischer Verbindungen und Burschenschaften sowie Geschlechterrollen in Medien, Politik und Gremien. Auch die anderen Veranstaltungen des AStA-Umfeld sind größtenteils im EB-Gebäude.

An den anderen Tagen finden ebenso dutzende empfehlenswerte Veranstaltungen statt. Der Workshop „Recht auf Stadt: Stadtumstrukturierung und ihre Folgen“, angekündigt für Freitag, fällt leider aus!

Falls ihr euch spontan irgendwo reinsetzen wollt: Im Hauptgebäude wird rund um die Uhr ein reichhaltiges Rahmenprogramm geboten.

Verpflegung

Es wird vegane und günstige Mittags-Verpflegung durch eine Vokü geben. Wenn ihr beim Kochen mithelfen wollt, kommt in der Zwille vorbei! Genaueres zu Uhrzeit und Ort, sowie tagesaktuelle Infos findet ihr demnächst hier.

Frischer Kaffee und Getränke bekommt ihr jeden Tag zwischen 10 und 18 Uhr an Ständen vor dem Audimax gegen Spende . (Günstiger und vielseitiger als die Coke-Automaten der TU … und die Überschüsse fließen auch noch zu 100% in linke Projekte!)

Von Dienstag bis Freitag könnt ihr zwischen 11:30 und 14:30 auch in der Mensa der TU essen. Fast-Food zum City-West-Tarif bekommt ihr am Bahnhof Zoo, südwestlich des Campus.

Abendprogramm

Wir sammeln hier abendliche Veranstaltungen, die irgendwie mit der LiMA zusammenhängen oder in der Nähe stattfinden.

Dienstag, 20.03., 18:30 Uhr: LiMA-Auftakt-Treffen im Raum EB 133C (50)
Freitag, 23.03., 20:30 Uhr: LiMAnetzwerk-Abend im Restaurant „Filmbühne“ (Hardenbergstr.12 am Zoologischen Garten)

Für Leute, die sich in Berlin nicht auskennen, ist bestimmt interessant, dass man sich im Allgemeinen auch spontan einen sehr schönen alternativen Abend mithilfe der Termine aus dem Stressi zusammenbasteln kann.

Wetter

Wir haben ab Mittwoch leicht bewölktes bis sonniges Wetter bei Tagestemperaturen zwischen 10 und 18 Grad (nachts: 8 bis 12) und ohne Regen gebucht. Der grüne Südcampus sollte also mittags zu Spiel, Spaß und Rumgammeln auf der Wiese einladen :) .

„Russenlager“ und Zwangsarbeit: Vorträge der Veranstaltungen jetzt online

Die Ausstellung „Russenlager“ und Zwangsarbeit im TU Hauptgebäude ist nun wieder abgebaut. Im Nachgang wird es einen längeren Bericht im nächsten AstA-Info geben.

Fotos von der Eröffnung am 9. Januar sind nun auch auf unserem Flickr-Account.

Auf unserem Youtube-Kanal könnt ihr die drei inhaltlichen Veranstaltungen nocheinmal nachhören.

- Alex J. Kay: NS-Pläne für den Osten: Ausbeutung, Umsiedlung, Massenmord (45:32min)
Vortrag zur NS-Zukunftsplanung (Backe-Plan und Generalplan Ost) auf dem Gebiet der Sowjetunion. Gehalten am 13.01.2012 in der HU-Berlin.
- Thomas Kuczynski: Brosamen vom Herrentisch (65:23min)
Vortrag über den Profit aus Zwangsarbeit und die Zwangsarbeiterentschädigung. Gehalten am 20.01.2012 im Kontakte Domizil (Berlin-Schöneberg)
- Podium: Marcus Funck, Peter Jahn, Jens Nagel, Hilde Schramm: Sowjetische Kriegsgefangene – Vergessene NS-Opfer (79:16min)
Diskussion zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus am 26.01.2012 an der TU Berlin

Unser Abschlussbeitrag auf der Finissage: (mehr…)

„Russenlager“ und Zwangsarbeit – Ausstellung an der TU Berlin

„Russenlager“ und Zwangsarbeit – Bilder und Erinnerungen sowjetischer Kriegsgefangener


9. Januar – 10. Februar 2012: Ausstellung und Veranstaltungen

Ausstellung im Hauptgebäude der TU Berlin (Straße des 17. Juni 135, U-Ernst Reuter Platz)

Mehrere inhaltliche Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung an unterschiedlichen Orten mit Marcus Funck, Peter Jahn, Alex J. Kay, Thomas Kuczynski, Jens Nagel, Eberhard Radczuweit, Hilde Schramm und Gabriele Wendorf.

Präsentiert vom AStA der TUB und KONTAKTE-KOHTAKbI e.V.

70 Jahre nach dem Überfall auf die Sowjetunion zeigt der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Technischen Universität Berlin die Ausstellung des Vereins KONTAKTE-KOHTAKbI e.V., um die vergessenen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu würdigen. Im Rahmen der Ausstellung finden vier inhaltliche Veranstaltungen an der TU, an der Humboldt Universität, in der Trinitatis Gemeinde und in der Geschäftsstelle von Kontakte e.V. statt.

Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion vor 70 Jahren war der Beginn eines beispiellosen Verbrechens gegen die Menschheit. 27 Millionen Menschen fielen dem Terror des Nationalsozialismus zum Opfer. Viele Opfergruppen sind nach dem Krieg als Opfer des NS-Regimes durch die Bundesrepublik Deutschland entschädigt worden. Die sowjetischen Kriegsgefangenen jedoch, die besonders unter dem NS-Terror gelitten haben, wurden nicht als Opfergruppe anerkannt.
Von den 5,7 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen haben fast 60 Prozent den Krieg nicht überlebt. In so genannten „Russenlagern“ wurde ihr Tod durch Mangelernährung und Seuchen billigend in Kauf genommen. Denn „wir führen nicht Krieg, um den Feind zu konservieren“ (Kommentar zu den Einsatzbefehlen des Reichssicherheitshauptamtes 1941 welche die Vernichtung der kommunistischen Idee in den Lagern durch „besondere Maßnahmen“ anordnete). Die militärische Auseinandersetzung Deutschlands mit der Sowjetunion war von Beginn an auch eine weltanschauliche, in der das Leben der sowjetischen Kriegsgefangenen keinen Wert hatte.
In der Ausstellung zu sehen sind künstlerische Portraits, die der Fotograf Lars Nickel in Armenien und in Wolgograd schuf und die die Schicksale von Überlebenden aus deutschen Kriegsgefangenenlagern bildhaft schildern. Daneben sind Zitate aus Tonbandprotokollen und Briefen der Portraitierten sowie Dokumente und Bildmaterial aus dem Bundesarchiv, darunter Feldpostbriefe, ausgestellt. Die Exponate behandeln die Themen: Kriegsdienst, Gefangennahme, Lager und Zwangsarbeit, Befreiung, Repatriierung und Nachkriegszeit.
Der Verein KONTAKTE-KOHTAKTbl e.V. setzt sich seit Jahren für eine Entschädigung und Anerkennung der sowjetischen Kriegsgefangenen als Opfer des NS-Regimes ein. In Form einer Petition hat er sich 2006 an den Deutschen Bundestag gewandt, über die bis heute nicht entschieden worden ist.

Warum an der TU?
Der Vorgänger der Technischen Universität, die „Königliche Technische Hochschule“, war wie die heutige Humboldt Universität an der Ausarbeitung des „Generalplan Ost“ beteiligt. Diese theoretischen Konzepte bildeten auf Grundlage der NS-Rassendoktrin die Planung für eine Kolonisierung und „Germanisierung“ von Teilen Osteuropas. Die Planspiele zur deutschen „Lebensraumerweiterung“ beinhalteten die Vertreibung, Versklavung und Vernichtung der slawischen Bevölkerung Osteuropas. Auch die Wehrtechnische Fakultät V an der Königlichen Technischen Hochschule hatte daran ihren Anteil. Zuletzt wurde die Ausstellung an der Humboldt Universität gezeigt. Im Unterschied zur HU, wo sich das Institut für Geschichte dafür engagierte, übernimmt an der TU der AStA die Organisation der Ausstellung.

www.asta.tu-berlin.de und www.kontakte-kontakty.de

Termine

9. Januar – 10. Februar 2012
Ausstellung im Hauptgebäude der TU Berlin vor dem Audimax

(Straße des 17. Juni 135, U-Ernst Reuter Platz, zu besichtigen Montag – Freitag 8-21 Uhr)

Montag, 9. Januar 2012, 18 Uhr, Ausstellungseröffnung
(Straße des 17. Juni 135, U-Ernst Reuter Platz)
Mit André Schmitz (Kulturstaatssekretär), Günther Saathoff (Stiftung-Erinnerung Versöhnung Zukunft), KONTAKTE-KOHTAKbI e.V. und Gabriele Wendorf (3. Vizepräsidentin der TU Berlin)

Freitag, 13. Januar 2012, 19 Uhr, Vortrag von Alex J. Kay
Humboldt Universität, Hauptgebäude Saal 2002 (Unter den Linden 6, S/U-Friedrichstraße)

Vortrag von Alex J. Kay (Historiker) zu „Ausbeutung, Umsiedlung, Massenmord: NS-Zukunftspläne für den Osten: Backe-Plan und Generalplan Ost“.
NS-Umsiedlungs- und Massenmordpläne für die deutschbesetzten sowjetischen Gebiete existierten, die in ihren Ausmaßen sogar die tatsächlich angewandte Gewalt der Nationalsozialisten bei Weitem übertrafen. Das sieht man am Beispiel des Backe-Plans zur Verhungerung von dreißig Millionen Menschen sowie am Generalplan Ost zur Vertreibung weiterer einunddreißig Millionen Menschen nach Sibirien.

Freitag, 20. Januar 2012, 19 Uhr, Vortrag von Thomas Kuczynski
Geschäftsstelle KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V, (Feurigstr. 68, S-Julius-Leber-Brücke)

Vortrag von Thomas Kuczynski zur Zwangsarbeiterentschädigung „Brosamen vom Herrentisch. Eine beschämende Geschichte“

Donnerstag, 26. Januar 2012, 19 Uhr, Podiumsdiskussion zu „Sowjetische Kriegsgefangene – Vergessene NS-Opfer?“
TU Berlin, Hauptgebäude, Saal H0110 (Straße des 17. Juni 135, U-Ernst Reuter Platz)

Mit Marcus Funck (Historiker, TU Berlin), Peter Jahn (ehemals Direktor deutsch-russisches Museum Karlshorst), Jens Nagel (Leiter Gedenkstätte Ehrenhain-Zeithain)
Zum Nationalen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus, der hartnäckig in allen Medien als „Holocaust-Gedenktag“ bezeichnet wird, fallen die ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen regelmäßig aus dem Gedenken heraus. Bei der Podiumsdiskussion soll über Gründe hierfür und die aktuelle Situation des Gedenkens und der Gedenkstätten gesprochen werden.

Donnerstag, 2. Februar, 19 Uhr, Lesung aus den „Freitagsbriefen“
Trinitatis Gemeindehaus (Leibnizstr. 79, S-Charlottenburg)

„Ich werde es nie vergessen“ Eberhard Radczuweit liest aus Briefen ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener

Freitag, 10. Februar 2012, 18 Uhr, Finissage (Straße des 17. Juni 135, U-Ernst Reuter Platz)
Zum Abschluss der Ausstellung. Es sprechen: Prof. Christian Jansen (Neuere und Neueste Geschichte), Eberhard Radczuweit (Kontakte-Kontakty e.V.) und jemand vom AStA.

Deutscher Herbst: Termine zur Protestsaison

Alles wird immer schlechter. Immer härter müssen sich Schüler_innen um einen Platz in der Karriere verheißenden Tretmühle namens Uni prügeln. Humanistische Bildung ist von der Farce zum Phantom geworden – alle reden von ihr aber noch niemand ist ihr begegnet. Und auch der Kapitalismus scheint’s nicht mehr lang zu machen…

Deshalb alle auf die Straße! Aber jetzt wirklich! Los schon!

Mi, 16.11.2011 | 14 Uhr
Studierendenparlament und Vollversammlung

im H 0111

Mangelfinanzierung, zu wenig Studienplätze, Kampf um Praktika, zu wenig Tutor_innen und prekäre Beschäftigungsverhältnisse beschäftigen uns an diesem Mittwoch. Mit Hinblick auf die große Protestdemo am 17.11. wollen wir als Studierende uns den Raum nehmen in einer offiziellen Sitzung des Studierendenparlamentes über Probleme und mögliche Lösungsvorschläge zu diskutieren. Wir wollen uns außerdem darüber Gedanken machen wie wir kreativ unsere alltäglichen Probleme in der Uni darstellen können. Alle Studierenden und Beschäftigten sind aufgefordert sich der Vollversammlung der Studierenden anzuschließen und ihr Rederecht im Studierendenparlament wahr zu nehmen.

Do, 17.11.2011 | 12 Uhr
Große Bildungsprotestdemo am Mittwoch um 12 Uhr Rotes Rathaus

Demonstrieren für Solidarität und freie Bildung heißt es an diesem Donnerstag. Die Landesastenkonferenz lädt euch gemeinsam mit unserem Lauti* für freie Bildung auf die Straße zu gehen.

*Gefährt zur Wiedergabe agitatorischer Reden auf Demonstrationen

Und damit wir auch wissen warum:

Freitag, 18.11. 18:00 Uhr: Wirtschaft meets Wissenschaft
L115 Silberlaube Freie Universität, EG

Sonntag, 20.11. 18:00 Uhr: Überraschungskino
Zwille, Z-Gebäude TU-Campus

Montag, 21.11.: Zu schlecht für die Hochschule – Zugangs- und Zulassungsproblematik in BA/MA
TU, H3503

Das Studienplatzmangel scheint die aktuelle Tagespresse nie so ganz zu verlassen, aber was ist das eigentlich und warum wird es immer schlimmer? Mittlerweile steigen die zur Zulassung nötigen Wartesemester schneller an, als mensch überhaupt warten kann und mit einem Abitur, was nicht eine 1 vor dem Komma zu bieten hat, brauch mensch sich in Berlin bald gar nicht mehr bewerben. Diesem Fragen werden wir auf den Grund gehen und eine fundierte Kritik der Zulassungspolitik mit Euch diskutieren.
Aber selbst wenn der Mensch einmal Studierende_r geworden ist, hat er/sie dank dem zweigliedrigen Bachelor-Master System noch eine weitere Hürde zu nehmen, denn der erworbene Bachelor muss für den gewünschten Master „geeignet“ sein. Besteht mensch diese oft stark selektierende „Eignungsprüfung“ nicht, helfen auch keine Wartesemester – der gewünschte Master kann nicht studiert werden. Hier wollen wir ansetzen und die Umsetzung von Bologna in Deutschland anhand dieser Problematik diskutieren und im Vergleich zu anderen Länder beleuchten.

Dienstag, 22.11 18:00 Uhr: Forschung für Überwachung und Krieg
Beuth Hochschule für Technik Berlin, Luxemburger Straße 10, Raum A 322

Welche Rolle spielen deutsche Universitäten für die Rüstungsforschung und die Entwicklung moderner „Sicherheitsachitekturen“? Welche Verbindungen zu Bundeswehr und CO. gibt es? Und was können wir dagegen tun? Hilft eine sogenannte „Zivilklausel“? Berichte, Fragen und hoffentlich einige Antworten.

Mittwoch 23.11., Was war, was bleibt, was wird – Utopien der Bildungsproteste
TU H2036

Was ist der AStA?

Was ist der AStA? Kurz gesagt: Der AStA, der Allgemeine Studierendenausschuss, ist die politische Interessenvertretung der Studierenden einer Hochschule und eines der zentralen Organe der Verfassten Studierendenschaft neben dem Studierendenparlament und der studentischen Vollversammlung.

Die Verfasste Studierendenschaft ist im Berliner Hochschulgesetz manifestiert. Dort heißt es in 18 Abs. 1:“Die immatrikulierten Studenten und Studentinnen einer Hochschule bilden die Studierendenschaft. Die Studierendenschaft ist eine rechtsfähige Teilkörperschaft der Hochschule. Sie verwaltet ihre Angelegenheiten im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen selbst.“
Die Studierenden haben also – parallel zu der Gremienstruktur der Akademischen Selbstverwaltung – ihre eigene, studentische Selbstverwaltung, die bestimmte, ebenfalls in o. g. Paragraphen festgelegte, Aufgaben zu erfüllen hat.
So viel zu den Rahmenbedingungen und nun zum AStA an sich: (mehr…)